Dienstag, 5. September 2017

[Rezension] Marthas Widerstand







   Marthas Widerstand   
(Kerry Drewery)

Einzelband (?)
Format: Hardcover
Schutzumschlag: Nein
Weitere Formate: Ebook
Seiten: 444
ET: 16. März 2017
ISBN: 978-3-8466-0043-6
Verlag: One (Bastei Lübbe)















Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genauso wie Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert?
Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem es um viel mehr als ein einzelnes Menschenleben geht
(Quelle: Amazon)






Cover und Klapptext zu "Marthas Widerstand" fand ich von Anfang an interessant, aber nicht so besonders, um es sofort zu kaufen. Dank einer Leserunde bei Lesejury, bei der ich dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten habe, konnte ich die Geschichte endlich lesen.
Und was soll ich sagen: Ich fand es großartig.
Leider fällt es mir auch gerade deswegen so schwer, meine Meinung in Worte zu fassen.
Die Geschichte wird in verschiedene Abschnitte unterteilt: Zelle 1 bis 7 und aus verschiedenen Sichten erzählt: unter anderem Martha, Psychologische Betreuung & Death is Justice.

Martha sitzt im Gefängnis und in 7 Tagen wird sie höchstwarscheinlich hingerichtet. Das junge Mädchen hat etwas Unfassbares getan, sie hat eine berühmte und verehrte Persönlichkeit ermordet. "Eiskalt und skrupellos", so sehen es die Medien. Martha hat längst gestanden und eigentlich wäre der Fall damit abgeschlossen. Doch etwas ist seltsam an der Geschichte und Martha schweigt beharrlich. Kaum jemand möchte an ihre Unschuld glauben, doch irgendwann kommen jemanden Zweifel und nicht nur ihr Fall, sondern das gesamte Rechtssystem wird in Frage gestellt.

Dieses "Rechtssystem", man kann es kaum so nennen, hat mich besonders fasziniert und schockiert. Richter wurden abgeschafft, nachdem die falschen Leute freigesprochen wurden. Nun kann jeder über das Schicksal eines Verbrechers entscheiden: Das Volk stimmt ab. Per SMS. Oder per Anruf.
7 Tage hat die Gesellschaft Zeit ihr Urteil zu fällen. 7 Tage, in dem der Täter leiden muss. 7 Tage, 7 verschiedene Zellen, eine schlimmer als die andere. Der einzige Kontakt: eine psychologische Betreuerin.
Dieses System ist mehr als fragwürdig, doch es kommt noch schlimmer:
Die Fernsehshow "Death is justice".
Eigentlich sollte sie Fakten liefern, aber im Grunde wird der Zuschauer nur manipuliert. Es werden Aussagen gekauft, verdreht oder geschnitten. Alles, damit ein Ziel erreicht wird: Die Verurteilung oder Freisprechung einer bestimmten Person. 
Als ich dieses Szenen gelesen habe, wurde ich regelmäßig stinksauer. Ich hätte die Moderatorin am liebsten erwürgt. So eine falsche Person... Die Abschnitte waren schlimm für mich zu lesen, aber auch unheimlich wichtig für die Geschichte. Medien können manipulieren ohne dass wir es merken. Ein klarer Beweis.

Man ahnt schon zu Beginn, dass etwas seltsam an Marthas Geschichte ist, doch bis zum Ende muss der Leser warten. Man spekuliert und kombiniert, es bleibt spannend bis zum Schluss.
Das Ende gefiel mir sehr gut, die Ereignisse überschlagen sich, ein Schockmoment jagt den anderen. Ich möchte nichts genaueres verraten, aber ich hoffe, dass es einen zweiten Teil geben wird!

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Ich habe das Buch verschlungen und es hat mich einfach überzeugt. Es ist mir eine Höchstwertung wert 💛




Im Rahmen einer Lesejury-Leserunde




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen